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blog:clt2007

Chemnitzer Linux Tage 2007

Zeit wirds für einen deutschen Blog eintrag, so here we go.

Frisch zurück aus Chemnitz, genauer von den Chemnitzer Linux Tagen . Wir sind wie letztes Jahr bereits am Freitag angereist, um die Party in der Turnhalle nicht zu verpassen. Der Rest unserer Gruppe (die Schwabacher Linux User Group war etwas früher da als wir (wir sind etwas später losgefahren), und haben schonmal kräftig vorgetankt ;) - dafür gleich in der Umkleidekabine.

Am Samstag sind mir folgende Vorträge besonders aufgefallen:

  • Jörg Schilling - libfind - neue Paradigmen für UNIX software.

Grundaussage war, dass es durchaus sinn macht, Hilfsprogramme, für die man heutzutage mittels fork() und exec() startet, besser mittels dlopen() zu laden und anzuspringen. Dies stellt natürlich ein paar weitere Anforderungen an die Unterprogramme (sie müssen z.b. reentrant sein, und deren Symbole dürfen nicht mit dem Hauptprogramm kollidieren, etc). mkisofs und die original ksh machen dies wohl schon so.

  • André Przywara, Jörg Rödel - KVM Linux Virtualisierung

Sehr informativer Vortrag über funktionsweise und implementierung von http://kvm.qumranet.com/kvmwiki , der Kernel Virtual Machine in Linux 2.6.20. Im wesentlichen wird hier Qemu für die Harwaresimulation benutzt. Interessant war der Ausblick auf den künftigen Hardwaresupport: AMD plant eine erweiterete MMU, um Page Faults in Gastsystemen direkt in der 'echten' Harware behandeln zu können. Derzeit kostet so ein Page Fault etwa 6000 Zyklen, die mit Hardwareunterstützung wegfallen würden.

  • Sven Herzberg - Grafische Entwicklung mit GTK+

Wirrer Vortrag. Gibt eine Einführung in die Programmierung mit GTK+, was im wesentlichen eine Einführung von objektorientierter Programmierung mit reinem C war. Fazit: GTK+ führt soviele zusätzliche Makros ein, dass man kaum noch von 'echtem' C sprechen kann ;)

Nach der Mittagspause gings weiter mit:

  • Meike Reichle - Linux und Freie Software richtig bewerben.

Klasse Vortrag, unterhaltsam mit praktischen Tipps über Advocating von freier Software.

  • Jens Kühnel - Professionelles Backup mit Bacula

Vorstellung der Backupsoftware Bacula. Kurz: Es ist riesig, und scheint auch nicht sonderlich trivial zum Aufsetzen zu sein. Bei entsprechendem Bedarf aber mit sicherheit eine sehr brauchbare Backupsoftware.

Danach war ich vor allem am Debian und Ubuntu Stand rumgehangen…

Abends waren wir wieder bei unserem 'Stammitaliener', einem italienischem lokal in Chemnitz, bei dem wir viel Spass v.a. mit der Bedienung hatten ;) - Genaueres wird man sicher die Tage auf http://planet.lusc.de nachlesen können.

Abends ging jedenfalls (zumindest bei mir) nicht mehr viel in der Turnhalle: war einfach zu müde.

Am Sonntag gings dann weiter:

  • Wilhelm Dolle - Trusted-Computing Anwendungen mit Open Source Software

Interessante Vorstellung über was heute bereits mit den TPM Chips in Notebooks machbar ist. Diese Security Chips finden sich praktisch in allen modernen Notebooks. Angerissen wurden folgende anwendungsbereiche:

  1. Sicherer Boot
  2. CA X509 Zertifikatsmanagement
  3. Verschlüsselte/Versiegelte Dateien

Richtig zu Endegedacht waren aber alle drei noch nicht…

  • Stefan Schumacher - Systeme mit Systrace härten

Systrace ist sozusagen eine Firwall für Systemaufrufe (syscalls). Dabei ist es möglich, Anwendungen so einzuschränken, dass nur noch bestimmte Systemaufrufe z.T. nur noch mit bestimmten Parametern möglich sind. Interessant war v.a. die Diskussion mit Jörg Schilling im Anschluss, der einwendete, dass es feingranulare Permissions in Solaris schon länger existieren, was systrace obsolet machen würde. Ich entgegnete ihm, dass Solaris deswegen trotzdem nicht die Parameter der syscalls überprüfen kann. Dies hatte ihn jedoch immer noch nicht überzeugt, weil er wohl nicht so recht von den Möglichkeiten dieser Filterung überzeugt war. Jedenfalls hatte er mir noch weitere Solarisspezifische Features zur Systemsicherheit kurz mündlich vorgestellt. Was mich jedoch sehr verwundert hat war, dass Jörg offenbar noch nichts über den Linux Device Mapper wusste, was mich bei seinem Ton auf der Linux Kernel Mailingliste schon etwas überrascht hat.

Nach der Mittagspause war ich noch in diesem Vortag:

  • Dr. Christian Klostermann - Das aktuelle Computerstrafrecht

Staubtrockener, aber unglaublich kurzweiliger Vortrag über die aktuelle Rechtslage in Sachen Computerstrafrecht.

In den ganzen Pausen hatte ich natürlich noch meinen eigenen Vortrag vorbereitet:

  • Julius Bloch, Reinhard Tartler - Die Benutzer- und Entwicklercommunities des Ubuntu-Projekts

Die Folien dazu habe ich mal hier im Blog hinterlegt. Alles in allem ein glaub ich doch netter Vortrag, leider hatten wir nur 30 Minuten zeit und waren wirklich ganz am Ende der Veranstaltung.

Fazit: Abgesehen von den Problemen mit dem Wlan, eine gelungene Veranstalung, mit vielen interessanten Vorträgen, netten Leuten, vielen Gesprächen und ner Menge Spass! Wir freuen uns schon aufs nächste Jahr!

~~DISCUSSION~~

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blog/clt2007.txt · Last modified: 2008/10/18 17:56 (external edit)